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Lepraarbeit in den Provinzen Kasaï Occidental und Kasai Oriental, DR Kongo
2004 begann die Lepra-Mission Kongo die Unterstützung des Nationalen Lepra-und Tuberkulosekontrollprogramms in diesen Provinzen in Zusammenarbeit mit der Regierung.
2006 stellte sie einen Mitarbeiter für sozial-ökonomische Projekte ein. Damit lag der Schwerpunkt nicht mehr länger nur in der Leprakontrollarbeit, sondern sie begannen mit dem Aufbau von Basisdiensten zur Verhütung und Behandlung von Behinderungen, sowie mit Projekten, um den sozial-ökonomischen Aspekten, der von Lepra oder Behinderungen betroffenen Bevölkerung zu begegnen.
Und auf der anderen Seite die Menschen auch nach der „Behandlung“ zu begleiten und in ihrer ganzheitlichen Rehabilitation zu fördern. Dies umfasst ihre familiäre, soziale, ökonomische und geistliche Situation, sowie notwendige Anleitungen zur Selbsthilfe und Unterstützung zur größten, möglichen Bewegungsfreiheit für Menschen mit Behinderungen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind.
2010 wurden in Kasai einzelne Gemeindeprojekte in Gebieten begonnen, die: - Entweder kaum zugänglich sind, endemisch für Lepra oder sehr viele behinderte Menschen dort leben - weil dort viele Erkrankte vermutet werden, aber bisher nicht erreicht werden konnten - abgelegene Gebiete, denen es an allen Basisgesundheitsdiensten mangelt.
Dabei wird versucht das ganze Dorf ein zu beziehen und Schulungen für sie an zu bieten, die neben der Aufklärung über Lepra, auch die Behandlungsmöglichkeiten für häufig vorkommende Krankheiten und Überweisungsmöglichkeiten beinhaltet. Es werden vor Ort einheimische Mitarbeiter ausgebildet. Mit dem Dorf sollen Pläne erarbeitet werden für besonders notwendige Projekte. Das kann im Bereich zur Verbesserung der Wasserversorgung oder Ernährung liegen, der Bildung, Gesundheit oder Einkommensmöglichkeiten. Gemeinsam wird versucht diese zu realisieren. Behinderte und von Lepra betroffene Menschen sind immer einbezogen. So sollen alle einen gleichwertigen Platz und Anerkennung in ihren Dörfern erhalten. Und es können auf diese Weise viel mehr Erkrankte rechtzeitig gefunden werden.
CBR ist eine Strategie innerhalb der Gemeindeentwicklung zur Rehabilitation, für gleiche Möglichkeiten und der sozialen Integration von allen Menschen mit Behindreungen.
CBR wird durchgeführt durch das Bemühen der behinderten Menschen selber, ihrer Familien und Gemeinden und durch angemessene Gesundheitserziehung, Anleitung und soziale Dienste.
Nächste Woche werde ich die ersten Fachkraefte in der Provinzhauptstadt ausbilden, ein Team von Arzt, Krankenpfleger, Krankengymnast und einem "Enwicklungshelfer", der sich mit Landwirtschaft und Viehzucht und anderen kleinen gewinnbringenden Arbeiten auskennt. In mehreren Etappen wollen wir mit der Bevoelkerung arbeiten:
1.Allgemeine Information für die verantwortlichen der Dörfer und Institutionen
2.Aufnahme der vorhandenen Resourcen und Fähigkeiten , der verschieden Gruppierungen und Tätigkeitsfelder im Dorf und ihrer Probleme und Wünschel, um zu sehen, wo das mit dem Projekt abzudecken wäre. Dies beinhaltet auch eine Einführung in die Lepra und Behindertenarbeit..
3. Mit dem Team – und wo immer möglich mit mir, werden wir dann Erhebungen durchführen, um erstmalig die Anzahl der Leprakranken und Behinderten zu erfassen.
4.Die Auswertung dieser Erhebung wird dann die Basis für ein einfaches praktisches Training sein, bei dem Dorfbewohner lernen, die häufigsten Krankheiten zu erkennen und zu behandeln oder zu überweisen, Behinderungen zu behandeln und Behinderten Möglichkeieten zur Schulbildung und Arbeit zu verschaffen.
5.Gleichzeitig wird die Bevölkerung auf Verhütung von Krankheiten und Unfällen und Früherkennung von Erkrankungen wie die Lepra aufmerksam gemacht und angewiesen, wo Behandlung zu finden ist (in den Gesundheitszentren)
6.Mit einem ganzheitlichen Ansatz werden wir versuchen, die im baseline aufgedeckten Bedürfnisse anzugehen und die von der Bevölkerung und den Behinderten/Leprakranken gesetzten Ziele anzustreben . Oft kann man Behinderungen nicht rückgaengig machen, das Ziel ist dann mit den Familien und der Gemeinde zu sehen, was man alles noch machen kann, wie man selbständig werden kann und langsam die Behinderung zu akzeptieren lernt..
.7. Im Endeffekt hoffen wir, dass die Behinderten einen gleichwerrtigen Platz in ihren Dörfer haben, anerkannt sind und mitbestimmen können.
Dies ist ein wenig die Beschreibung von dem, was wir vorhaben Die Lepraarbeit hatte bereits letztes Jahr gut in den Dörfern angefangen, da in den beiden Kasai Provinzen Physiotherapeuten und Entwicklungshelfer zu den Teams dazugekommen sind. Mit der Arbeit in den Dörfern hat man viele neue Leprakranke entdeckt, allein durch die Präsenz des Teams und die Neugier, was die da machen.
Es konnten in einigen Dörfern projekte zur Trinkwasserverbesserung durch geführt werden, die allen bewohnern zugute kommen.,.
Eine grössere Spende von einem grosszügigen Spender von Deutschland ermöglichte ein kurzes praktisches Training in einem abgelegenen Gebiet – und zum ersten Mal mit technischen Anleitungen zur Verhütung von Behinderungen. Als ich mit einem der Supervisoren am Telefon sprach – 16 –19 Stunden rumpelnde Fahrt von der Hauptstadt Tshikapa aus,, berichtete er mir total begeistert, dass niemand von ihnen genau wusste, was Lepra eigentlich ist und wie komplex es ist. Aber nach dem kurzen Training wüssten sie nun was tun – und sie würden alles versuchen, um mehr Patienten zu finden und korrekt zu behandlen. |



Im Zentrum des Kongos liegen große Urwaldgebiete, durchzogen von vielen Flüssen und in den Regenzeiten kaum zugänglich. Es gibt dort keine geteerten Straßen und die Brücken sind häufig unpassierbar. Gesundheitseinrichtungen gibt es wenige. Die Menschen leben von Subsistenzlandwirtschaft und Kleinhandel, die meisten unterhalb der Armutsgrenze. Dorfgemeinschaften sind hier traditionell sehr stark. Hier liegen die Provinzen Kasai Ost und West.
Diese zwei Schienen der Arbeit dienen dazu möglichst viele Menschen ganzheitlich zu erreichen. Auf der einen Seite die vorhandenen Gesundheitsstrukturen zu unterstützen und deren Lepraarbeit zu fördern durch fachkundliche Ausbildung von Medizinischem Personal in den Provinzen und durch Unterstützung für zusätzliche Medikamente bei Komplikationen und notwendiger Rehabilitationsmaßnahmen.
In 3 Monaten wurden in diesen Provinzen über 1100 neue Fälle von Polio entdeckt. Wenn es geschulte Vertreter in den Dörfern gibt, können sie nicht nur Lepra behandeln.