Leprasituation in der Demokratischen Republik Kongo

 

Der Kongo hat lange zu den verbliebenen Ländern auf der Welt gehört, deren Lepravorkommen so hoch war, dass Lepra laut WHO Definition als allgemeine Gesundheitsgefährdung galt (bei 1 auf 10.000 Einwohner). Heute ist das Land mit 9000- 10.000 Neuerkrankten pro Jahr und der großen geschätzten Dunkelziffer, trotz der offiziellen Erklärung zur Eliminierung seit 2008, eines der Länder mit der höchsten Zahl an Neuerkrankten pro Jahr.

Stigmatisierung von Lepra in DR Kongo

 

Es gibt im Kongo noch viele Menschen, die nicht wissen, dass Lepra heute behandelt werden kann und damit auch die Ansteckungsgefahr nicht mehr existiert. So ist Lepra in vielen Gebieten von Furcht und Aberglaube begleitet, was zu sozialem Ausschluss – Diskriminierung – noch größerer Armut und Eigenstigmatisierung führen kann.

 

Rehabilitationsdienste für Menschen mit Behinderungen

 

Für Menschen mit Behinderungen gibt es keine Ansprüche oder legale Vorsorge oder fest geschriebene Grundrechte. Kleine Bewegungen dafür formieren sich. Basisversorgungsdienste existieren in den abgelegenen Gebieten nicht, spezielle Behandlungen für Behinderungen sind nur in Kinshasa und North Kivu möglich, wohin die meisten Menschen nur mit dem Flugzeug gelangen könnten. Alle Kosten müssen selber getragen werden und sind somit für die meisten Menschen unerschwinglich. Nur durch die Arbeit von Kirchen und NGOs gibt es einige Behindertenzentren, Rehabilitationsdienste und Unterstützungsmöglichkeiten außerhalb der Ballungszentren. Dabei steigen z.B. selbst die Zahlen von jungen Menschen mit Rückenmarksverletzungen stark an.

 

Die Möglichkeiten zur Herstellung von Bewegungshilfen wie z.B. Rollstühle oder Dreiräder, sowie Prothesen etc. gibt es nur in Kinshasa und North Kivu. Einige kleinere Initiativen sind entstanden, um diesem großen Mangel zu begegnen. Aber die Nachfrage ist sehr groß. Das heißt, wenn Menschen behindert sind und nicht laufen können, sie noch stärker diskriminiert und eingeschränkt werden, da sie keine eigenständigen Fortbewegungsmöglichkeiten haben. Sie können keinem Erwerb nach gehen und sind von sozialen Kontakten nahezu ausgeschlossen.

 

Die Gemeindenahe Rehabilitationsarbeit von TLM setzt hier auf Gemeindeebene an mit dem Ziel behinderten Menschen mehr Bewegungsmöglichkeiten zu verschaffen, die Integration zu fördern und durch einkommen schaffende Maßnahmen ihre Eigenständigkeit und ihr Selbstbewusstsein zu verbessern. Es werden Gruppen gefördert, bestehend aus durch Lepra und anderen Ursachen behinderte Menschen und anderen Dorfbewohnern, die gemeinsam Projekte zur Verbesserung ihrer Lebensumstände angehen. Stigmatisierung wird dadurch abgebaut.