
TLM Krankenhaus in Kothara/Indien
Ausgangslage:  Indien ist immer noch das Land mit den meisten Lepra-Neuerkrankungen. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich, gut ausgebildeten Menschen und Menschen ohne Schulbildung, sind in diesem Land sehr extrem. Wegen der immer noch vorhandenen Stigmatisierung sind viele Lehrbetriebe, Arbeitsstellen, Krankenhäuser u.a. oft nicht bereit ehemalige Leprakranke oder Leprapatienten auf zu nehmen. Lepra betrifft immer die Ärmsten. Wird die Krankheit sichtbar, laufen sie Gefahr, von ihrer Umgebung zurückgewiesen zu werden und ihre Arbeit und Familien zu verlieren. Diese Befürchtungen hält viele davon ab, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Menschen, die durch Lepra starke Deformitäten aufweisen, trifft dies besonders hart.
Massnahmen: Das Krankenhaus Kothara wurde 1898 gegründet als eine Heimat für Leprakranke, die keinen anderen Ort zum Leben hatten. 1991 begann die Umwandlung zu einem Allgemeinkrankenhaus für die ganze Region. Es ist das einzige Krankenhaus für ein großes Gebiet. Es dient weiterhin als Überweisungskrankenhau für Leprapatienten. Eine Spezialisierung auf Haut und Augenkrankheiten entwickelte sich. Heute ist Kothara eine gut ausgestattete, wachsende Einrichtung mit einer sehr guten Reputation und 90 Betten. Es dient als Model für die Integration von Leprapatienten in die allgemeinmedizinische Behandlung und trägt dadurch stark a zu der Reduzierung von Stigma und Vorurteilen bei. Mehrmals im Jahr werden Operationen im Bereich der Wiederherstellungschirurgie durch geführt. Zu diesen werden Menschen von weit her nach Kothara gebracht.
Resultate: Durch die Integration der Behandlung von Leprapatienten und Allgemeinpatienten verlieren die Menschen ihre Vorurteile und Ängste im täglichen Umgang mit von Lepra betroffenen Menschen. Das Krankenhaus dient einem großen Gebiet, die dort gute medizinische Behandlungen bekommen. Durch die vielen Augenoperationen kann Menschen ihr Augenlicht erhalten bleiben oder ihr Sehvermögen verbessert werden. Die Operationen in der Wiederherstellungschirurgie ermöglichen behinderten Menschen mehr Beweglichkeit. Für Leprapatienten bedeutet dies zudem, dass sie nicht mehr für jeden sichtbar als Lepraerkrankter betrachtet werden. Dank der Spenden konnten wir dieses Krankenhaus 2009 unterstützen.
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