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 Lepra ist heilbar!
Lepra-Mission

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Rückblick auf die Geschichte von TLM

 

1874- 2010: 136 Jahre Lepra-Mission!

 

Dieser Blick zurück ist gleichzeitig auch ein Rückblick auf die Geschichte des jahrzehntelangen Kampfes gegen eine Krankheit, die lange für unbesiegbar gegolten hat.

Es war das Jahr 1869, der Ire Wellesley Bailey arbeitete als Lehrer im Staat Punjab (Indien) als er zum ersten Mal Menschen sah, welche als Folge von Lepra invalid geworden waren und als Ausgestoßene in Lepra-Kolonien dahinvegetierten. "Ich schreckte beinahe zurück, dennoch war ich gleichzeitig fasziniert und spürte, dass wenn es ein christliches Werk auf dieser Welt gab, dieses darin bestehen müsste, diesen ärmsten Leidenden den Trost des Evangelium zu bringen". Nach einigen Jahren unermüdlichen Schaffens in einer solchen Leprakolonie kehrten Wellesley und seine Frau Alice 1873 zur Erholung nach Dublin zurück. Die Vision von Wellesley war so glühend, dass er die Freundinnen von Alice, die Pim-Schwestern dazu brachte, sich zu verpflichten, jährlich 30 £ für die Lepraarbeit zu sammeln. Er ließ 2 000 Flugblätter mit dem Titel "Lepröse in Indien" drucken um damit sein Werk bekannt zu machen.

Zurück in Punjab mühten sich Alice und Wellesley nach Kräften, das Los der Leprakranken in den Kolonien zu verbessern. Wellesley ersuchte seine Unterstützungsgruppe in Dublin darum, mehr Geld zu sammeln. Seine Gebete wurden erhört, denn gegen Ende 1874 waren mehr als 500 £ zusammengekommen. Im folgenden Jahr waren es sogar 809 £. Nachdem Wellesley damit genügend Geld für seine Arbeit hatte, begann er, andere Missionaren, welche sich in Indien um Leprakranke kümmerten, finanziell zu unterstützen. "Wir waren überzeugt davon, dass diese Bewegung von Gott geleitet war und sie daran war, sich in etwas viel größeres zu entwickeln, als wir uns je geträumt hätten. Mit andern Worten, dass Gott die Führung übernommen hatte und wir ihm folgen sollten".

 

Die Namensgebung

1878 kehrte W. Bailey kurz nach Dublin zurück um seine Mission auch formell zu gründen. Er gab ihr den Namen "The Mission to Lepers in India". Wegen der schlechten Gesundheit von Alice verließ das Ehepaar Indien 1882 und ließ sich in Edinburgh nieder, von wo aus Wellesley die Verbindung zum Dubliner Komitee hielt. 1896 wurde er formell zum Sekretär der Mission gewählt und er unternahm als solcher Reisen nach Indien um die Arbeit dort zu fördern. Bis 1889 hatte sich das Missionswerk auf 26 unterstützte Stationen in Indien und Ceylon ausgedehnt. Das Geld musste daher gut eingeteilt werden. Dann ging am 19. April die Nachricht um die Welt, dass Pater Damien an Lepra gestorben sei. Er hatte auf der Pazifik-Insel Molokai als Priester das Leben der Leprakranken, die dorthin verbannt worden waren, geteilt. Mit der Verbreitung dieser Nachricht wuchs das internationale Interesse an der Bekämpfung dieser Krankheit ungeheuer. Deshalb bildeten sich auch bald Unterstützungsgruppen in England, Kananda und in den USA. So war es der Mission dann auch möglich, auf Anfragen aus Burma, China und Japan positiv zu antworten. 1893 spiegelte sich die Ausweitung des Arbeitsgebietes auch im geänderten Namen wider: "The Mission to Lepers in Indien and the East".

 

Zeit des Wachstums

1905 wurde das "Vereinli", eine Unterstützungsgruppe in Zürich gegründet, 1913 entstanden weitere Gruppen in Neuseeland und Australien. So konnte die Mission 14 000 Leprakranke in 12 Ländern unterstützen. Die Mission war nun tatsächlich eine weltweite Organisation geworden und änderte den Namen daher erneut, diesmal in "The Mission to Lepers", was diesem Umstand Rechnung trug. 1917, Wellesley Bailey war nun bereits 71 Jahre alt, kündigte er seinen Rücktritt von seinen Funktionen in der Mission an, stellte ihr aber sein Wissen noch bis zu seinem Tod 1937 zur Verfügung.

 

 

medizinischer

Medizinische Fortschritte

1873 entdeckte der norwegische Forscher und Artzt Dr.G.H.A.Hansen, dass der Leprabazillus (er ist mit dem TBC-Bazillus nahe v

erwandt), die Lepra auslöst. Allerdings hatte diese Entdeckung keinerlei praktische Auswirkung, denn es wurde keine Therapie gefunden, die Heilung versprochen hätte. Man experimentierte weiterhin mit allen möglichen Mitteln, die zufällig Linderung versprachen, z.B. das Öl des Chaulmoogra.Baumes. Aber die Hoffnung, eines Tages ein Medikamentt zu finden, das wirklich weiterhelfen konnte, wurde nie aufgegeben. Wie ein Wunder wurde deshalb die Nachricht aufgenommen, dass mit dem Medikament Dapsone 1940 zum ersten Mal ein solches Medikament an Leprakranken getestet werden konnte. Doch die anfängliche Euphorie fiel bald einmal in sich zusammen. In manchen Patienten entwickelten die Lepra-Bazillen eine Resistenz gegen das Mittel und es gab Rückfälle. Andere Patienten glaubten sich geheilt und setzten die Medikamenten-Einnahme ab, obwohl Dapsone nur wirkte, wenn man es Zeit seines Lebens einnahm.

Chirurgie

Während Leprologen wie Dr. Stanley Browne ihre Forschungen fortsetzten, gingen Chirurgen daran, zum ersten Mal Missbildungen, die von vernachlässigter Lepra entstanden, Klauenhände und Fallfüße, operativ zu korrigieren, später brachte man mit Operationen auch gelähmte Augenlider wieder zum funktionieren. Um 1960 herum besaß die Mission rund 30 Zentren in Asien und unterstützte 90 christliche Missionen in 30 Ländern. Die Königreiche Nepal und Bhutan, vorher für Fremde streng verschlossen, hießen nun doch ausländische Hilfe, sogar von einer christlichen Mission, gegen die Geißel Lepra willkommen. Aus der Überlegung heraus, dass Menschen nicht über eine Krankheit definiert werden sollten ("ein Lepröser") änderte die Mission 1962 ihren Namen von "The Mission to Lepers" in "The Leprosy Mission". Inzwischen ging man nach 1970 zu einer neuen Strategie im Kampf gegen die Lepra über: Anstatt zu warten, bis die Leprakranken von selbst zu den Kliniken kamen, bildete man Gesundheits-Teams aus, die sich auf den Weg zu den schwer zugänglichen Gebieten machten, um bei Reihenuntersuchungen neue Leprafälle aufzuspüren.

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Durchbruch bei den Medikamenten

Ein klarer Durchbruch bei der Behandlung war mit der Einführung der Kombinationstherapie (Multi Drug Therapy, bestehend aus den drei Medikamenten Dapsone, Rifampicin und Clofazimin ) zu verzeichnen. Für die mildere Form der Lepra genügte es, die Medikamente während sechs Monaten einzunehmen, die stärkere Form benötigt eine Behandlungszeit von zwei Jahren. Bald konnte auch jenen Patienten geholfen werden, bei denen die Einnahme der MDT-Medikamente eine starke Reaktion mit Fieberschüben und andern Unannehmlichkeiten hervorrief, indem eine spezielle Behandlung für diese schwierigen Fälle entwickelt wurde.
Dank MDT ist die Zahl der Patienten, die in den Statistiken geführt werden, dramatisch gesunken. 1980 waren es noch über 15 Millionen Menschen, 1999 weniger als zwei Millionen. Gegenwärtig sind rund 2 300 Menschen im Auftrag der Lepra-Mission in über 30 Ländern im Kampf

 

gegen die Lepra im Einsatz. In 28 Ländern gibt es Unterstützungskomitees für die Lepra-Mission, welche die Arbeit im Gebet unterstützen, Geld

sammeln und dort wo es noch nötig ist, Fachleute suchen, welche sich für einen Einsatz in einem Land mit Leprapatienten zur Verfügung stellen.
Es gibt mindestens vier Millionen Menschen, welche durch diese Krankheit invalid geworden sind und die auf Hilfe angewiesen sind. Noch w

erden jedes Jahr rund 600 000 neue Leprafälle entdeckt, die Lepra-Mission steckt immer noch mitten in dieser Such-Arbeit. Außerdem müssen geheilte Patienten angeleitet werden, dass sich die körperlichen Folgeprobleme (Wunden, Geschwüre, Invalidität) nicht ausbreiten können. Rehabilitations-Programme sind weiterhin nötig, die es den Betroffenen ermöglichen, finanziell unabhängig zu werden und sich

den Respekt in ihrem sozialen Umfeld zu erringen. Noch brauchen wir mehr Berufsausbildungszentren, wo junge ehemalige Leprapatienten einen Beruf oder ein Handwerk lernen können, mit dem sie dann eine Beschäftigung finden oder sich selbständig machen können.

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